Zur Ortsgeschichte
Um 1514 finden erste Schürfungen auf dem späteren Gemeindegebiet statt. Der Grünthaler Saigerhüttenfaktor August Rohdt erhält 1620 die Fortuna Fundgrube und die Pallas Fundgrube. 1637 errichtet er einen Hohen-Ofen-Platz zur Unterstützung des Drahthammers in Rothenthal. Aus dem nahen St. Katharinenberg kommen Exulanten als Fachleute. 1651 wird die Ansiedlung als Naudorff untern Catherbergk erstmals urkundlich erwähnt und umfasst 1657 drei Häuser. Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges und dem Auftreten der Pest ist die Gegend nahezu menschenleer. Auf den entstandenen Rodeflächen werden böhmische Exulanten angesiedelt.
Anthon Bähr wird 1663 als 1. Siedler beym Sanct Catharinaberg bezeichnet. Der erste Lehrer wird 1718 aktenkundig. Der Bau einer eigenen Kirche wird 1736 fertiggestellt und 1741 wird ein Schulgebäude errichtet. 1801 wird Deutschneudorf eigenständige Kirchgemeinde. Die Freiwillige Feuerwehr wird 1875 gegründet. 1879 wird die erste Fernsprechstelle eingerichtet. Das Gemeindeamt wird 1924 errichtet. 1927 wird als letzter sächsischer Bahnbau die 1919 vom sächsischen Landtag bewilligte Eisenbahnstrecke von Grünthal nach Deutschneudorf eröffnet. 1936 wird ein Schwimmbad erbaut. Während des Einmarsches der deutschen Wehrmacht ins Sudetenland am 1. Oktober 1938 befinden sich der Reichserziehungsminister Bernhard Rust sowie Konrad Henlein im Ort.
Am 1. April 1939 wird die Oberlochmühle, bisher Ortsteil von Oberseiffenbach, Deutschneudorf zugeordnet. Zwischen Herbst 1944 und 8. Mai 1945 wird von Mitglieder der SS-Division "Brandenburg" unter der Code-Bezeichnung "ORPHE" ein Geheimdepot für Kunst- und Kulturgut angelegt. 1955 wird die Schule in Deutschkatharinenberg geschlossen. 1966 wird die Bahnstrecke für den Personenverkehr und 1969 für den Güterverkehr stillgelegt und 1971 abgerissen. 1966 bis 1970 erfolgt der Bau der zentralen Trinkwasserversorgung.Der Fortuna-Stollen wird ab 1998 wieder aufgefahren, um ein Besucherbergwerk anzulegen. Nebenbei wird auch nach den 1945 versteckten Kunstschätzen gesucht. Es wird vermutet, dass der Stollen eines das Versteck des Bernsteinzimmers sein könnte. Am 1. Januar 1999 werden Deutscheinsiedel und Deutschneudorf per Gesetz zur Gemeinde Deutschneudorf zusammengeschlossen. Während des Augusthochwassers 2002 ist Deutschneudorf einer der ersten Orte, die überflutet werden.
Ausflugsziele und Aktivitäten in Deutschneudorf
- Hardanger-Sticktechnik zum Zuschauen
- Bibliotheken
- Dorfkirche
- Fortuna-Stollen
- Haus der erzgebirgischen Tradition
- Klöppeln
- Wasserkraftdrehwerk
- Kegeln







