Zur Geschichte
Am Ende des 19. Jahrhunderts, genauer am 1. Juli 1889, begann für Rittersgrün das Eisenbahnzeitalter, an diesem Tag verkehrte der erste
planmäßige Zug von Grünstädtel nach Oberrittersgrün. Ganze 82 Jahre sollte danach der Zugverkehr des "Bahnls" aufrechterhalten werden, bis am
26. September 1971 die Einstellung der Strecke im Pöhlwassertal erfolgte. In den Jahrzehnten seines Betriebes war das im Volksmund liebevoll
genannte "Pöhler Bussel" Teil der Industriegeschichte des Ortes geworden. Immerhin diente die Schmalspurbahn nicht nur dem Personentransport,
sondern gerade auch als wichtiges und zuverlässiges Transportmittel für die ansässigen Industrieunternehmen.
Mit der Eröffnung der Schmalspurbahn zwischen Grünstädtel - Oberrittersgrün begann für Rittersgrün neben der bereits erfolgten Industrialisierung
auch die Zeit des Tourismus. Mehr und mehr Erholungssuchende kamen in den für mildes Klima bekannten Bergort, der gerade auch als
Ausgangspunkt für Ausflüge zum nahen, höchsten Berg, dem Fichtelberg diente und heute noch dient.
Als typisch, Königlich Sächsisches Eisenbahndienstgebäude wurde das Empfangsgebäude des Endbahnhofes in Oberrittersgrün angelegt. Markant
für Gebäude dieser Epoche war die Verwendung von Sandstein aus dem Elbsandsteingebirge und bis Anfang der 40er Jahre des 20. Jahrhunderts
das unverputzte Klinkermauerwerk des oberen Stockwerkes. In den 40er Jahren erhielt das Gebäude sein heutiges Aussehen. Um den Reisenden
etwas erzgebirgische Ambiente zu vermitteln, wurde 1939 im heute als Ausstellungsraum und Eingangsbereich zum Museum genutzten Warteraum
zum 50-jährigen Jubiläum der Bahn eine Eckbank nebst Holzverkleidung und massiven Holztisch eingebaut. Letzte Veränderung gab es 2004, als
das ehemalige Stationsvorsteherbüro zu einem seperaten Souvenirverkaufsraum um- bzw. ausgebaut wurde.
Bereits im Juni 1971 entwickelte der Ortschronist Gerhard Lang die ersten Ideen zum Aufbau einer technischen Schauanlage - dem Vorläufer des
heutigen Museums. Rittersgrüner Heimatfreunde bildeten recht bald eine Arbeitsgemeinschaft, die den Bahnhof Oberrittersgrün als Zeuge der
Verkehrsgeschichte und technisches Denkmal bewahren sollte. Am 18. Oktober 1971 erteilte die Reichsbahndirektion Dresden die Zustimmung zu
diesem Vorhaben. Vier Güterwagen, zwei Personenwagen, ein Gepäckwagen und ein Aussichtswagen, ferner die Lokomotive 99 579 aus
Kirchberg, wurden zur Verfügung gestellt. Am 15. Januar 1972 fuhr dieser Museumszug als letzter Zug von Grünstädtel nach Oberrittersgrün.
Nach vielen Wochen und Monaten kostenloser Freizeittätigkeit konnte am 18. Juni 1977 der Lokschuppen und ein Teil der Außenanlage als
"Technische Schauanlage" unter großer Aufmerksamkeit der Bevölkerung feierlich eröffnet werden.
Kontakt:
Sächsisches Schmalspurbahn-Museum
Kirchstrasse 4
08355 Rittersgrün
Tel.: 037757/7440
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Homepage: www.schmalspurmuseum.de
-> siehe auch das Schmalspurbahn-Museum Rittersgrün auf verkehrsmuseum.com
Öffnungszeiten:
April bis Oktober Dienstag bis Sonntag 10.00 bis 17.30 Uhr
November bis März Dienstag bis Sonntag 10.00 bis 16.00 Uhr






